Marco Di Carli: „Ich habe brutal hart gearbeitet“
Über 50m Freistil düpierte er schon am Freitag die Konkurrenz. Einen Tag später aber schoss Marco Di Carli mit seiner sensationellen Leistung beim Sieg über 100 m Freistil den Vogel ab – und schoss aus dem Nichts zurück ins Rampenlicht. Der 26-jährige Frankfurter, der nach einer Auszeit erst Ende letzten Jahres wieder mit dem Training begonnen hatte, reckte nach 48,24 Sekunden seinen muskelgestählten Körper aus dem Wasser und freute sich über Meistertitel, Deutschen Rekord und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Shanghai (16. bis 31. Juli).
Marco Di Carli…
… über seine Rückkehr ins Schwimmbecken: „In meinem Leben hat sich einiges geändert. Es gab eine Phase, da habe ich ziemlich viele Dispute mit mir selbst ausgetragen. Ich war runter gehungert bis auf 68 Kilogramm. Letztes Jahr habe ich dann irgendwann in den Spiegel geschaut. Und mir gesagt: so geht’s nicht weiter. Es muss sich was ändern. Ich habe an 2012 gedacht, Olympia. 2004 in Athen war ich schon mal dabei. Das war mein Ansporn: es noch einmal zu schaffen.“
… über seinen Trainingseinstieg: „Ich habe mein Krafttraining umgestellt zwangsläufig, weil die Zeit bis jetzt zu kurz war für einen normalen Aufbau Anfangs habe ich 20 Minuten an den Hanteln trainiert und war platt. Ich war gar nicht trainierbar. Im Januar lief noch nichts. Erst im April hatte ich das Gefühl, dass es langsam besser wurde. Ich habe echt brutal hart gearbeitet. Und ich wusste immer, wenn ich meinem Ziel alles unterordne, dann läuft’s auch irgendwann.“
… über seine Bilanz bei den Deutschen Meisterschaften 2011: „Ich habe schon über die 50m gemerkt, dass was möglich ist an diesem Wochenende. Da war es schon absehbar. Dass ich aber über die 100 m so eine Zeit raushaue, damit hätte ich noch nicht gerechnet. Und schon gar nicht damit, jetzt als Nummer eins der Weltrangliste nach Shanghai zu fahren.“
… über Unterstützung im Alltag: „Ich muss mich bei meiner Freundin bedanken. Sie gibt mir volle Rückendeckung und muss derzeit echt oft zurückstecken. Ohne ihre Unterstützung wäre ich jetzt nicht so weit.“
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