Endlich entspannen – Rekordschwimmerin Sarah Köhler im Interview

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Sarah Köhler (SG Frankfurt) kehrte heute als erfolgreichste deutsche Schwimmerin von der Universiade in Taipei (Taiwan) zurück. Für die 23-Jährie reihte sich Jubel an Jubel: Silber über 800m und 1500m Freistil und zum Abschluss noch Gold über die 400m-Distanz. Außerdem knackte sie zwei Deutsche Rekorde, die vor langer Zeit von prominenten Schwimmerinnen aufgestellt wurden. Hannah Stockbauer schnappte sie deren Rekord von 2003 über 1500m Freistil (16:00,18 Minuten) weg und blieb als erste deutsche Frau in 15:59,85 Minuten unter der 16-Minuten-Marke. Über 400m Freistil pulverisierte sie sogar einen 28 Jahre alten Rekord von Anke Möhring (4:05,84 Minuten), den sie um fast zwei Sekunden verbesserte.
Wir hatten die Gelegenheit mit Sarah zu sprechen.

Sarah, du warst überaus erfolgreich bei der Universiade in Taipei. Wie kann man sich die Stimmung vor Ort vorstellen, wie hast du die Spiele erlebt?

Sarah: Die Stimmung war richtig gut, das habe ich wirklich selten erlebt. Mit den Sportlern der anderen Sportarten haben wir uns echt gut verstanden, einige kannte ich schon von früheren Wettbewerben. Aber auch im deutschen Schwimmteam hatten wir viel Spaß und eine tolle Stimmung.

Was war für dich der schönste Moment bei den Spielen?

Sarah: Puh, das ist schwierig. Von meinem Ergebnis über 1500m Freistil war ich sehr überrascht. Diese Strecke hatte ich gar nicht mehr im Fokus, weil sie bis zu den Deutschen Meisterschaften ja auch nicht olympisch war. Die Zeit hat mich dann schon umgehauen. Bei den 400m am Schluss war ich ganz schön kaputt, weil die Wettkämpfe alle sehr kurz aufeinander folgten und ich wenig Pause hatte. Dass es ein Deutscher Rekord wird, hätte ich niemals gedacht.

Wie lief denn die Vorbereitung?

Sarah: Eher nicht so gut. In den letzten Wochen konnte ich nicht so gut trainieren, da meine beiden Schultern entzündet waren und noch sind. Außerdem mussten wir unsere Einheiten im Freibad absolvieren, weil in der Halle umgebaut wird. Bei 20-22°C zu trainieren ist auch nicht immer ein Spaß (lacht).

Wie erklärst du dir dann deine Erfolge?

Sarah: Ich war ganz entspannt. Also, was heißt entspannt, natürlich wollte ich schnell schwimmen. Ich hatte richtig Lust, Wettkampf zu schwimmen und mich mit anderen zu messen. Aber ich habe mir nicht so einen Druck gemacht wie zum Beispiel noch bei der DM, wo ich mich unbedingt für die WM qualifizieren wollte. Das hat ja leider nicht geklappt. Wenn ich sehe, was ich dort mit meinen Zeiten erreicht hätte, bin ich schon etwas traurig (Anm.d.Red.: Sarah wäre jeweils Vierte geworden). Aber wer weiß, ob ich diese Leistung auch bei der WM hätte abrufen können. Die Universiade ist jetzt in jedem Fall ein versöhnliches Ende der Saison.

Was bedeuten dir die Deutschen Rekorde, die ja jetzt so lange Bestand hatten?

Sarah: Es ist schön, dass die Rekorde jetzt mir gehören. Schade ist es aber schon, dass es in all den Jahren keine Schwimmerin geschafft hat, sie zu knacken – woran es auch immer gelegen hat. Meinetwegen können mir meine Rekorde auch ganz schnell wieder abgenommen werden (lacht). Ich will nur, dass es im deutschen Schwimmen mal wieder richtig vorwärts geht.

Wie sind deine Pläne für die Zukunft?

Sarah: Bis zu den Olympischen Spielen in Tokio mache ich auf jeden Fall weiter. Ich möchte schnell schwimmen. Dass man vorne mit dabei ist, dazu gehört natürlich auch immer Glück. Jetzt gönne ich mir erstmal eine Pause, schwimme eine Woche nicht und beginne dann auch erstmal mit anderen Sportarten. Vielleicht probiere ich mal Yoga aus.

Wie feierst du deine Erfolge?

Sarah: Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich ein bisschen mit meinem Papa und meiner Oma feiern. Aber die größte Belohnung ist jetzt erst mal ein wenig Pause und Entspannung.


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