Presse 27.06.2009
PRESSEINFORMATION Deutscher Schwimm-Verband e.V.
27. Juni 2009

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Zusammenfassung vom Samstag

Zweiter Weltrekord für Britta Steffen bei DM in Berlin

Berlin. Zweiter Weltrekord für Britta Steffen bei ihren Heim-Titelkämpfen: Zwei Tage nach ihrer im Vorlauf in 52,85 s erzielten Weltbestmarke über 100 m Freistil steigerte sich die Olympiasiegerin im Finale der Deutschen Meisterschaften auf sagenhafte 52,56 Sekunden. Diesmal lag die Berlinerin schon bei der Wende eine halbe Sekunde unter ihrer Zwischenzeit vom Donnerstag. „Mein Trainer hatte mich gebeten, mal ein höheres Anfangstempo zu versuchen. Bei der Wende immer Letzte zu sein, macht ja auf Dauer keinen Spaß“, sagte die 25-Jährige. Jedoch musste sie aufpassen, „dass ich mich auf der ersten Bahn nicht in den Keller befördere. Das ist ein schmaler Grat.“

Sie habe sich vor dem Finale selbst großem Druck ausgesetzt: „Im Gegensatz zum Vorlauf waren meine Familie und sehr viele Freunde und Bekannte in der Halle. Ich wollte denen natürlich etwas Besonderes zeigen. Ich denke, dass mir sehr viele in der Halle den Rekord gegönnt haben. Das hat mir unheimlich geholfen, auch wenn es auf den letzten Metern sehr hart war.“

Der vierte Finaltag hatte mit einem deutschen Rekord begonnen: Paul Biedermann vom SV Halle steigerte über 400 m Freistil die fast 21 Jahre alte Bestmarke des Potsdamers Uwe Dassler um rund drei Zehntelsekunden auf 3:46,67 Minuten. 75 Minuten später entschied der Saalestädter auch die 100 m Freistil in 48,39 Sekunden für sich – auch dies war deutscher Rekord. „Auf den letzten Metern hatte ich zwar Schmerzen, aber das Rennen hat trotzdem großen Spaß gemacht“, sagte der Doppel-Meister nach dem Coup über 400 Meter: „Ich bin sehr froh, den Rekord geknackt zu haben. Ich habe wahnsinnig großen Respekt vor der damaligen Leistung.“

Paul Biedermann verfehlte jedoch die WM-Norm in beiden Rennen und meinte dazu: „Über 400 Meter war nicht mehr drin. Und Sprintspezialist bin ich auch nicht gerade. Für die längeren Strecken fehlen mir die nötigen Trainingskilometer nach meinem fünfwöchigen Krankheitsausfall.“ Dies bestätigte Trainer Frank Embacher: „Wenn wir mal ehrlich sind: Ohne Training geht es auf dem langen Kanten wirklich nicht.“ Biedermann ist mit einer Zielvorgabe für die WM noch vorsichtig: „Erstmal möchte ich mich morgen über 200 Meter qualifizieren. Und dann bei der WM unter die ersten Fünf kommen.“ Die 400 Meter werde er in Rom eher nicht schwimmen: „Mit meiner heutigen Zeit gewinne ich dort keinen Blumentopf.“

Noch nie hatte ein deutscher Schwimmer über 100 m Brust auf der langen Bahn die Minutengrenze geknackt. Im heutigen Finale schaffte dies gleich ein Trio. Strahlender Sieger war Hendrik Feldwehr von der SG Essen, der in 59,45 Sekunden die bisherige Bestmarke des Vizemeisters Johannes Neumann (SC Riesa) um eine ganze Sekunde pulverisierte. Tags zuvor hatten sich beide über 50 m Brust noch ein „totes Rennen“ geliefert. „Ich bin froh, dass ich heute die Klopperei gegen Neumi gewinnen konnte“, sagte Feldwehr: „Wir sind wahnsinnig schnell angegangen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch auf der zweiten Bahn so schnell sein würde.“ Hinter Neumann (59,63 Sekunden) blieb auch Marco Koch (DSW Darmstadt) in 59,80 Sekunden unter der Schallmauer und der WM-Norm.

Über das WM-Ticket freuten sich zudem Sarah Poewe (Bayer Wuppertal) als Siegerin über 100 m Brust (1:07,57 Minuten) und Felix Wolf (Potsdamer SV) als Meister über 200 m Rücken in 1:58,03 Minuten. Überraschend schaffte auch Isabelle Härle (SV Nikar Heidelberg) als deutsche Meisterin über 1500 m Freistil in 16:25,87 Minuten den Sprung zur WM nach Rom.

Weitere deutsche Meister verpassten die Pflichtzeit für Rom: Franziska Hentke (SV Halle) fehlten über 200 m Schmetterling (2:08,00 Minuten) nur drei Zehntel. Deutlicher war der Abstand bei Jaana Ehmcke vom Potsdamer SV (400 m Freistil/4:12,45 Minuten), Jenny Mensing vom SC Wiesbaden über 200 m Rücken (2:12,60 Minuten) und Toni Embacher vom SV Halle (200 m Schmetterling/1:58,49 Minuten).