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ARD und ZDF am Wochenende live aus Berlin
Berlin (pps) Im Rahmen ihrer Sportsendungen werden ARD und ZDF am Wochenende von den 119. Deutschen Schwimm-Meisterschaften aus Berlin berichten. Den Auftakt macht das „Erste“ mit einer „ARD Sportschau live“ am Samstag von 13.30 bis 14,25 Uhr. Im „Zweiten“ ist am Sonntag im Rahmen von „ZDF – Sport extra“ in der Zeit von 15.30 bis 16.00 Uhr ein Beitrag geplant.
Bei der ARD sind Alexander Bleick (NDR) und Tom Bartels (SWR) als Kommentatoren im Einsatz. Ralf Scholt (HR) übernimmt die Moderation, als „ARD-Expertin“ steht Ex-Weltrekordlerin Franziska van Almsick an seiner Seite. Das ZDF setzt ebenfalls seine bewährte Schwimm-Crew ein. Thomas Wark ist für den Kommentar zuständig, die frühere Schwimm-Olympiasiegerin Kristin Otto für die Moderation, und als „ZDF-Experte“ ist der oftmalige Deutsche Meister und Rekordhalter Christian Keller im Einsatz.
„Peking ist noch einmal ein großes Ziel“
Jens Kruppa: 15 Jahre nationale und internationale Spitze
Berlin (pps) Seit mittlerweile 15 Jahren gehört Jens Kruppa (SC Riesa) zur nationalen Spitzen-klasse, über viele Jahre auch zur internationalen. 36 DM-Titel auf Kurz- und Langbahn, acht Deutsche Rekorde und 17 Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen sprechen Bände. Und mindestens ein weiteres Jahr soll nach Möglichkeit noch hinzu-kommen – 2008 mit Olympia als Höhepunkt. „Natürlich ist Peking noch einmal ein großes Ziel für mich“, erklärt der 30-jährige Zwei-Meter-Mann, der bereits 2000 in Sydney und vier Jahre später in Athen die deutschen Farben bei Olympischen Spielen vertrat.
Während Kruppa einst auch auf den Lagenstrecken ein Garant für nationale und internationale Medaillen war (Kurzbahn-Europameister 1999 über 100 m Lagen), konzentriert sich der Schütz-ling von Uwe Neumann in Riesa mittlerweile fast ausschließlich auf die Bruststrecken. Und auch hier setzt Kruppa nun wieder neue Prioritäten: „Die 50 m interessieren mich weniger. Mein Hauptaugenmerk liegt auf den 100 m Brust.“ Nicht ohne Hintergrund: Während die 50 m nicht olympisch sind, bietet sich auf der doppelten Distanz immer die Möglichkeit, zumindest für eine mögliche Lagenstaffel des DSV in Peking nominiert zu werden. In der stand Jens Kruppa auch 2000 in Sydney (Bronze) und 2004 in Athen (Silber).
Dass man den „alten Hasen“ längst noch nicht abschreiben sollte, hat er bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin am Donnerstag bewiesen. In 2:15,60 Minuten blieb er zwar 3,63 Se-kunden hinter dem Sieger und neuen Deutschen Rekordhalter Andreas Lösel (SSG 81 Erlan-gen), gewann aber Silber und verfehlte seine persönliche Bestzeit aus dem Jahr 2004 „nur“ um exakt eine Sekunde. „Ich habe in den letzten Monaten sehr gut trainiert. Wenn ich über 100 m schnell sein will, brauche ich eine gewisse Grundlage und Härte. Deshalb sollten dann auch die 200 m halbwegs laufen.“
Meike Freitag erfolgreich operiert
Berlin (pps) Meike Freitag (SG Frankfurt), Vize-Weltmeisterin in Melbourne mit der 4x200-m-Freistilstaffel, ist unmittelbar nach Rückkehr von der WM in der vergangenen Woche in Frankfurt erfolgreich am Meniskus im rechten Knie operiert worden. Die 28-jährige Sportwissenschaftlerin wird sich vier bis sechs Wochen lang nicht voll belasten, jedoch bei gutem Heilungsverlauf schon nach zwei Wochen wieder ins Wasser gehen können. Meike Freitag hatte sich die Verletzung beim Volleyballspielen während des Höhentrainingslagers im Februar in der Sierra Nevada zugezogen.
Initiative für Schwimmunterricht an Schulen
„dsv-jugend“ begeistert für den Schwimmsport
Berlin (pps) Bei den 119. Deutschen Meisterschaften in Berlin startet die dsv-jugend ein Projekt der besonderen Art. „Immer weniger Schulen können aus den unterschiedlichsten Gründen Schwimmunterricht anbieten, vielen Kindern und Jugendlichen bleibt somit der Weg zur Ausbildung in jeglicher Wassersportart versperrt. Immer mehr Jugendliche kommen jährlich durch Ertrinken ums Leben, weil sie nicht schwimmen können. Dem will die ‚dsv-jugend’ entgegen wirken“, nennt Kai Morgenroth (Hamburg), Vorsitzender der „dsv-jugend“ die Beweggründe für eine Aktion am Samstag.
16 Mixed-Staffeln, bestehend aus jeweils acht Schüler und Schülerinnen der dritten oder vierten Klasse, werden im Rahmen der Final-Wettbewerbe bei den Deutschen Meisterschaften ins Wasser springen. Dabei stehen nicht die Zeiten und Platzierungen im Vordergrund, sondern die gemeinsame Begeisterung für das kühle Nass. Ermöglicht wird dieses einmalige Projekt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sportjugend (DSJ) des DOSB und dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.
„Mit unserer Initiative wollen wir dem Anfänger-Schwimmunterricht in Schulen und Vereinen einen Anstoß geben und damit die Basisausbildung stärken“, erklärt Kai Morgenroth. Die „dsv-jugend“ hat bereits vor mehr als einem Jahr auf die Dringlichkeit und die Aktualität dieses Themas hingewiesen. Um dem Trend des Nicht-Schwimmen-Könnens aktiv entgegen zu wirken, bietet die „dsv-jugend“ außerdem die Ausbildung zum Kursleiter „Schwimmen lernen“ an. Daneben soll mit dem Heftchen „Mein Schwimmbuch“, das bundesweit an Schulen verteilt wird, zusätzlich zu einer systematisch aufgebauten Grundlagenausbildung im Schwimmen animiert werden. In diesem Heft können, ähnlich wie beim Schwimmabzeichen, Leistungen geprüft und eingetragen werden.
Aus nahezu allen Bundesländern sind Schulklassen der Einladung der „dsv-jugend“ nach Berlin gefolgt. Beteiligt sind Schulen aus Hamburg, Lindau (Bayern), Brandenburg, Bremen, Kassel (Hessen), Rostock, Schwerin (beide Mecklenburg-Vorpommern), Aalfeld (Niedersachsen), Rheinhausen (Nordrhein-Westfalen), Lemberg, Kaiserslautern (beide Rheinland-Pfalz), Lübecke (Schleswig-Holstein), Breisach, Schwäbisch Gmünd (beide Baden-Württemberg) und Berlin.
Hoffnung für Peking auf einer abgeschriebenen Strecke
Andreas Lösel pulverisiert Deutschen Rekord über 200 m Brust
Berlin (pps) Zweimal musste Andreas Lösel (SSG 81 Erlangen) am Donnerstag auf die Anzeigetafel schauen, ehe er begriff: In 2:11,97 Minuten verbesserte er nicht nur den Deutschen Rekord von Johannes Neumann (SC Riesa/bislang 2:14,56), er pulverisierte ihn förmlich gleich um 2,59 Sekunden. „Das ist unglaublich“, erklärte der 24-jährige Lehramts-Student (Erdkunde, Wirtschaft und Sport) nach seinem Rennen. „Ich wusste zwar, dass ich gut in Form bin, dass ich aber unter 2:12 Minuten bleiben würde, damit hätte ich nie gerechnet.“
Andreas Lösel setzte nicht nur national neue Maßstäbe auf einer Strecke, die in Deutschland schon nahezu in der Versenkung verschwunden war, auch international schwamm sich der Erlanger in die Weltspitze. Bei den Welt-Titelkämpfen in Melbourne wäre der Schützling von Roland Böller mit seiner Zeit Siebter geworden. Und bei den vergangenen Europameisterschaften 2006 in Budapest hätte Lösel gar ganz oben auf dem Siegerpodest gestanden – mit 15 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Goldmedaillengewinner Slawomir Kuczko (Polen).
„Andreas hat sich Schritt für Schritt gesteigert. Er ist der konzentrierteste und fleißigste Schwimmer, den ich je hatte“, lobt Böller seinen Schützling. „In der Vergangenheit hatte er aber leider immer wieder Pech.“ So auch bei den Deutschen Wintermeisterschaften 2006 in Hannover, der WM-Qualifikation, als der dreimalige Deutsche Vize-Meister über 200 m Brust (Kurzbahn 2004 und 2005, Langbahn 2006), nach einem Fehlstart im Vorlauf über 200 m Brust disqualifiziert wurde. Böller: „Wir haben hier schon mit dem Deutschen Rekord geliebäugelt.“
Für Andreas Lösel öffnet dieser „Quantensprung“ neue Perspektiven. Seit knapp 30 Jahren – 1977 verbesserte der Dortmunder Gerald Mörken den Deutschen Rekord um 4,93 Sekunden auf 2:16,78 Minuten – hat kein Schwimmer die nationale Bestmarke über 200 m Brust so weit vorangetrieben. „Bis zum Sommer steht mein Studium noch im Vordergrund. Ab Herbst werde ich mich dann aber mit Blick auf die Olympia-Qualifikation 2008 in Berlin primär auf den Schwimmsport konzentrieren“, kündigt Lösel an. Peking hat auch für Trainer Roland Böller nun einen ganz neuen Stellenwert erhalten. „Andreas muss diese Leistung zwar erst einmal bestätigen, aber sie offenbart definitiv neue Perspektiven für Olympia 2008.“
Samulski – Lichtblick über 100 m Rücken
Berlin (pps) Über 100 m Schmetterling hält sie mit 58,75 Sekunden den Deutschen Rekord, mit ihrer persönlichen Bestzeit über 100 m Freistil (55,15) wird sie ebenfalls internationalen Ansprüchen gerecht, und jetzt eröffnet Daniela Samulski (SG Bayer Wuppertal/Dormagen/ Uerdingen) in Abwesenheit von Antje Buschschulte und Janine Pietsch dem DSV auch über 100 m Rücken einen neuen Lichtblick. Im Vorlauf schwamm die 22-jährige gebürtige Berlinerin, Mitglied der EM-Goldstaffel über 4x200 m Freistil, respektable 1:01,54 Minuten. Bei Deutschen Langbahn-Meisterschaften war sie bislang noch nicht über Platz vier (2001 in 1:04,00) hinaus gekommen. Ihre Leistung über 100 m Rücken müsste eigentlich auch den Anreiz für einen ernsthaften Versuch über 200 m Lagen mit sich bringen…