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Örjan Madsen: „Eine DM ist immer wichtig“
DSV-Sportdirektor plant Zusammenarbeit mit den USA
Berlin (schwimm-press) Auch wenn die 119. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen in Berlin (11. bis 15. April) keinen Qualifikations-Charakter haben, rechnet DSV-Sportdirektor Dr. Örjan Madsen „mit Wettkämpfen auf hohem Niveau“. „Eine DM ist immer wichtig. Wir werden sehen, ob und wie die WM-Teilnehmer ihre Form konservieren oder gar steigern können. Alle anderen haben hier die Möglichkeit, die WM-Teilnehmer von der Platte zu fegen.“ Immerhin: Die Ergebnisse der DM werden laut Madsen auch in die Nominierung für den LEN-Event in Paris (2. bis 5. August) einfließen.
Rückblickend auf die Welt-Titelkämpfe in Melbourne räumt Madsen ein, dass sich das DSV-Team „unter Wert geschlagen hat.“ Über mögliche Ursachen wollte sich der 61-jährige Sportwissenschaftler auf der Eröffnungs-Pressekonferenz der nationalen Titelkämpfe am Dienstag in Berlin (och) nicht äußern. Weiterführende Erkenntnisse erwartet Madsen auf einer Trainertagung am 25./26. April in der Sportschule Kaiserau. Er merkte jedoch an, dass es mit Sicherheit nicht daran lag, ob die WM-Teilnehmer in der Höhe trainiert haben oder nicht. „Die Ursachen liegen entweder in der Trainingsmethode oder an der Fähigkeit jedes einzelnen Athleten, seine Leistung abzurufen.“
Als grundsätzliches Problem sieht der Norweger vor allem die in Deutschland fehlenden Rahmenbedingungen für die Athleten, als Vollprofi seinem Sport nachzugehen. „Solange die Aktiven Training, Studium und/oder Arbeit unter einen Hut bringen müssen, können wir mit Nationen wie den USA nicht mithalten. Viele Amerikaner werden nach dem Studium oder bereits nach der High School Vollprofi“, so Madsen. „Etwa 40 US-Schwimmer erhalten vom Nationalen Olympischen Komitee monatlich 1750 Euro. Zuzüglich der Werbeverträge können sie von ihrem Sport gut leben und ihn professionell ausüben.“
Aufgrund der Erfolge der Amerikaner in „Down Under“ und der größtenteils mageren Leistungen der DSV-Aktiven will Örjan Madsen mit Blick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking auch enger mit den Amerikanern zusammenarbeiten. So ist während des nächsten vierwöchigen Höhentrainingslagers in Flagstaff/Arizona (ab 7. Juni) mindestens ein Wettkampf in Kalifornien geplant, ebenso intensive Gespräche mit dem amerikanischen Sportdirektor Mark Schubert, einem langjährigen Freund von Madsen. „Die Amerikaner sind sehr interessiert an dem, was wir im Freiwasserschwimmen machen, wir im Gegenzug natürlich daran, was die Amis im Becken anstellen.“
10. April 2007
cos-pps/geh