Ausnahmetalent Selina Hocke

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„Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will.“ Die Berlinerin Selina Hocke hat sich das Zitat von Frank Lloyd Wright zum Lebensmotto gemacht – und offensichtlich alle drei Voraussetzungen für das erfüllt, was ihr so wichtig ist: Erfolg.

Die erst 16-jährige Schwimmerin hatte den Auftritt ihres – zugegeben bisher noch nicht allzu langen – Lebens bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Mit zittrigen Händen und Tränen in den Augen steht sie ganz oben auf dem Treppchen, um sich über 200m Rücken ehren zu lassen. Und das nicht zum ersten Mal bei diesem Wettbewerb. Am Freitag gewann sie bereits die 50m Rücken. Über beide Strecken löste sie das Ticket für die Weltmeisterschaften im Sommer in Barcelona. Ihre Siege scheinen vom Himmel gefallen zu sein, genauso wie dieses junge Ausnahmetalent. Fast entschuldigend umarmt sie die zehn Jahre ältere Titelverteidigerin Jenny Mensing (Wiesbaden). Auch das nicht zum ersten Mal, schon über 50m Rücken nahm sie der eigentlichen Favoritin über den Rückenstrecken den Titel ab, doch diesmal besonders spektakulär. Mensing lag 175m lang souverän vorne, das Rennen schien gelaufen, dann kam Hocke und zog an der Rückenspezialistin vorbei, als wäre sie gerade erst ins Wasser gesprungen. Mit dem Anschlag und dem Blick auf die Zeittafel schlug Hocke dann ihre Hände vor den Mund, fassungslos, und die Tränen vermischten sich mit Chlorwasser. Ihre Schwester Sabrina brach derweil am Beckenrand fast zusammen, so groß war der Schock. „Keiner hat damit gerechnet“, sagt sie nach der Siegerehrung ihrer Schwester, „wirklich niemand.“ Auch Hocke tut sich schwer damit, Worte zu finden, für das, was da im Wasser passiert. „Ich habe keine Ahnung, was da los ist“, sagt sie mit tränenerstickter Stimme, während sich die Fotografen um sie scharen und die Halle tobt. Wer das „Sonnenscheinchen“ – wie Henning Lambertz, Chef-Bundestraining Schwimmen, sie nennt – sieht, kann nicht anders, als sich mit ihr zu freuen. Während bei Selina Hocke auf dem Podest vor Freude die Tränen kullern, glitzern sie auch in den Augen vieler Zuschauer. Sie selbst, ihre Familie und wohl jeder Schwimmbegeisterte ist jetzt gespannt auf die morgige 100m-Rückendistanz. Der größte Fan aber bleibt Sabrina, sie hat drei Worte für ihre Schwester: „Willensstark, sympathisch, unfassbar!“

Elena Walter


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